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Mrs., Ms. oder Miss: Wie lautet die korrekte englische Anrede für eine Frau?

21 Okt 2016
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von Liz Naithani
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Redet man sie nun mit Mrs., Ms. oder Miss an? (Quelle: pixabay.com/Kaz)
„Did you just call me Fräulein?!“ – Oops, redet man sie nun mit Mrs., Ms. oder Miss an? (Illustration: pixabay.com/Kaz)

 

Bei meinen Präsentations- und Bewerbungstrainings begegnen mir immer wieder Fragen wie diese: Wie rede ich eigentlich eine Frau auf Englisch an? Sage ich „Hello Mrs. Meyer, nice to meet you“? Wie stelle ich höflich eine Kollegin vor? Und welche Rolle spielt bei der englischen Anrede der Familienstand oder das Alter der betreffenden Frau?!

„Mrs.“ für die Frau?

In der Vergangenheit wurde es folgendermaßen gehandhabt: Die verheiratete Frau war eine Mrs. ['mɪsɨz], eine ledige Frau eine Miss ['mɪs] – das Pendant zum Deutschen „Fräulein“.

Diese Zeiten sind vorbei. In Deutschland spricht man Frauen nicht mehr mit Fräulein an und auch im englischsprachigen Raum ist die Miss selten geworden. In gewissen Settings bekommt man diese Anrede im Englischen aber doch noch zu hören. Vor allem unterwegs, also in Bus/Bahn, in Restaurants oder im Dienstleistungsgewerbe. Ich werde in den USA immer noch häufig „Miss“ genannt, beispielsweise vom älteren Herrn in der U-Bahn oder von der Kassiererin im Supermarkt. In diesen Kontexten macht es mir auch nichts aus, so angeredet zu werden.

Gleichzeitig sollte man es jedoch als Kundin vermeiden, eine Verkäuferin oder Kellnerin mit „Miss“ anzusprechen, denn dies kann arrogant wirken. Lassen Sie die Anrede einfach weg und sagen Sie stattdessen besser: „Excuse me, would you mind helping me find my size?“ Oder: „Excuse me, could you bring me the bill?“.

In der Business-Welt hat „Miss“ jedoch definitiv nichts mehr verloren!
Seit den 1970ern hat sich im Zuge der Gleichstellung von Mann und Frau eine neue Bezeichnung etabliert:

Ms. [ˈmɪz]

Bei der namentlichen Anrede verwendet man heute im geschäftlichen Kontext sowohl mündlich, als auch schriftlich (beispielsweise in E-Mails und Briefen) ausschließlich „Ms.“. Denn diese Bezeichnung ist in Bezug auf Alter und Familienstand neutral.

Diese Anrede wird übrigens nie alleine verwendet (z. B. „Excuse me, Ms., how do I get to the train station from here?“ wäre falsch), sondern immer nur in Kombination mit einem Namen (z. B. „I’d like to introduce my colleague, Ms. Wagner, to you.“).

Das Problem mit der Aussprache

Aussprache von Ms.

Ms. [ˈmɪz] wird mit stimmhaftem „s“ am Ende gesprochen. Denken Sie als Eselsbrücke einfach an das Summen einer Biene: „zzz“. Doch genau hier, bei der Aussprache, liegt für viele das Problem. Viele deutsche Muttersprachler kriegen den feinen Unterschied in der Aussprache zwischen Miss (Fräulein) und Ms. nicht auf Anhieb hin. Die korrekte Aussprache ist in diesem Fall jedoch sehr wichtig, denn anderenfalls wird aus einer Frau doch wieder unbeabsichtigt ein Fräulein.

Deshalb lohnt es sich, die korrekte Aussprache von Ms. so lange zu üben, bis sie sitzt. Der Unterschied in der Aussprache zwischen britischem und amerikanischem Englisch ist hierbei nur sehr gering und daher nicht von großer Bedeutung. Unter folgendem Link finden Sie ein gutes Hörbeispiel (UK/US): dictionary.cambridge.org/pronunciation/english/ms

Wenn die Ausprache trotzdem nicht so richtig gelingen mag

Was tun, wenn Sie bereits morgen auf einer internationalen Konferenz eine Sprecherin auf Englisch vorstellen müssen und die englische Aussprache von Ms. Ihnen einfach noch nicht so richtig von der Zunge gehen will? In dem Fall wäre es immer noch besser, eine Dame als Mrs. ['mɪsɨz], statt als „Fräulein“ vorzustellen.

Oder, noch eleganter:

  • Sie können, wenn Sie jemanden vorstellen, die Anrede auch einfach komplett weglassen. Nennen Sie die Dame stattdessen einfach beim vollen Namen: „Let’s give Anna Chen a warm welcome.“
  • Oder Sie verwenden – sofern vorhanden – den Titel der Sprecherin, statt der weiblichen Anrede: „May I welcome Professor Elizabeth Warren to the stage.“
  • Oder Sie stellen ihrem Namen die Tätigkeit, den Beruf oder ihre Leistungen voraus: „Here today to speak to us is New York Times bestselling author Sophia Rodriguez.“

Weibliche Anrede im englischen Geschäftsbrief und in E-Mails

Auch im geschäftlichen Schriftverkehr reden Sie eine Frau, deren Namen Sie kennen, stets mit „Ms.“ an.

Während im amerikanischen Englisch ein Punkt hinter „Ms.“ gehört, schreiben die Briten „Ms“ ohne Punkt:

  • US-Englisch: Dear Ms. Thompson
  • UK-Englisch: Dear Ms Thompson

Es existiert übrigens keine ausgeschriebene Form von „Ms.“ im Schriftenglisch. Die selten verwendete Pluralform von Ms. lautet Mses. oder Mss.

Schriftliche Anrede, wenn Sie den Namen der Dame nicht kennen

Auch schlicht „Dear Madam“ kann man in einem Brief verwenden, wenn man eine Frau (verheiratet oder ledig) anspricht, deren Nachnamen man nicht ausfindig machen kann. Dies ist aber immer nur eine Notlösung, denn besser ist in jedem Fall die konkrete Anrede einer Frau mit „Ms.“ in Verbindung mit ihrem Nachnamen.

Dear Sir or Madam“ wäre die Anrede der Wahl, wenn Sie an ein Unternehmen, Team oder einen Kontakt schreiben, von dem Sie weder Namen noch Geschlecht kennen. Der Unterschied beim englischen Pendant zu „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist jedoch, dass der Herr zuerst und dann erst die Dame angeredet wird, und nach Sir kommt „or“, nicht „and“.

Komma oder kein Komma?

Nach der Grußformel können Sie optional ein Komma setzen (beides, mit oder ohne Komma, ist korrekt). Wenn Sie jedoch ein Komma nach der Begrüßung verwenden, muss auch eins nach der Abschiedsformel stehen (beispielsweise „Yours sincerely,“).

Nach der Begrüßung geht's groß weiter ...

Unabhängig davon, ob Sie bei der Anrede nun ein Komma verwenden möchten oder nicht, in englischen Briefen und E-Mails wird das erste Wort nach der Grußfloskel immer groß geschrieben! Besonders für das Auge von deutschen Muttersprachlern sehr gewöhnungsbedürftig:

Dear Ms. Thompson,

With this letter I would like to inform you ...

Abschiedsformeln

Abschiedsfloskel, wenn Sie in der Anrede „Ms.“ verwendet haben:

  1. Bei Erstkontakt und formellen Angelegenheiten
    (z. B. Bewerbungsschreiben, Anträgen, im Kontakt mit Banken/Behören/Hochschulwesen etc.)
    Amerikanisches Englisch: Yours truly oder Sincerely (yours)
    Britisches Englisch: Yours sincerely

  2. Bei informeller Beziehung
    Amerikanisches Englisch: Sincerely (yours)
    Britisches Englisch: (With) Best wishes oder Regards

Abschiedsfloskel, wenn Sie in der Anrede „Madam“ verwendet haben:

  • Amerikanisches Englisch: Yours truly oder Truly yours
  • Britisches Englisch: Yours faithfully
Bee

Ich hoffe, diese Zusammenfassung hilft Ihnen weiter.
Und nun – viel Spaß beim Üben: „Mizzzzzzz“

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