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Interview mit Übersetzer Bob Kinsella

Englisch-Übersetzer und Lektor aus Düsseldorf

19 Jun 2016
·
von Dave Naithani
·
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Herr Kinsella, was ist Ihr Werdegang – wie sind Sie in der Sprachbranche gelandet?

Ich wuchs im Umfeld verschiedener Kulturen und Sprachen – und mit jeder Menge Büchern – auf. Mein Vater war Diplomat und wir lebten lange in Mexiko, Venezuela und Brasilien. Dass ich als Kind nicht nur Englisch, sondern auch fließend Spanisch und Portugiesisch zu sprechen, erwies sich als sehr nützlich für eine Karriere im Verkauf und Marketing von Finanzdienstleistungen und Investmentbanking. Nach zwölf Jahren an der Wall Street und später mit drei Kindern entschied ich mich dafür, meiner Leidenschaft für Sprache zu folgen. Ich veränderte mich in Richtung des Kommunikationsbereiches im Finanzgeschäft, verließ New York mit meiner deutschen Frau, und entschied mich für ein weniger hektisches Leben in Deutschland.

Nach bereits kurzer Zeit in Deutschland half ich deutschen Unternehmen dabei, angloamerikanische Investoren effektiver zu erreichen und erfolgreiche Kommunikationsstrategien zu entwickeln. Vor drei Jahren stellte ich dann fest, dass ich immer mehr Zeit damit verbrachte, Menschen beim Schreiben, Redigieren, Übersetzen und strategischen Denken zu unterstützen. Und so beschloss ich, dies in Vollzeit zu tun, indem ich mich als spezialisierter Sprachdienstleister und Kommunikationsberater selbstständig machte.

Das ist ein interessanter, abwechslungsreicher beruflicher Werdegang! Wie hilft Ihnen Ihr Werdegang heute als Sprachdienstleister?

Verschiedene Länder meine Heimat nennen zu können, deren Sprachen und Kultur ich absorbieren durfte, ermöglicht es mir in sprachliche sowie kulturelle Kontexte und Nuancen eindringen zu können. Es geht darum zu wissen, was genau man wann und wo sagen kann, oder eben auch nicht. Egal, was die Botschaft oder Sprache ist – es muss maßgeschneidert sein, damit es das Publikum oder den Empfänger erreicht.

Hier ist Expertise ganz entscheidend. Wall Street, Unternehmen und die akademische Welt sprechen eine eigene Sprache. Wer hier passgenaue Korrekturen und Übersetzungen mit Zugkraft haben möchte, sollte auf jeden Fall einen erfahrenen Finanz- oder Unternehmensexperten beauftragen. Auf diesem Gebiet kann ich eine exzellente Dienstleistung anbieten. Ich habe mehr als 20 Jahre in verschiedenen Senior Marketing und Führungsfunktionen in Finanzdienstleistungsunternehmen verbracht, wo erstklassige Fähigkeiten in Wort und Schrift ausschlaggebend für Erfolg waren. Und nun bin ich äußerst glücklich, diese ausgefeilten Fähigkeiten nutzen zu können, um andere Menschen zu Erfolgen zu verhelfen.

Mit welchen Kunden arbeiten Sie besonders gerne zusammen?

Im Laufe der Zeit hat sich meine Expertise um weitere Felder vergrößert. In einigen davon konnte ich schon viel Erfahrung sammeln: Banken und Versicherungsunternehmen, Anwaltskanzleien, Gesundheitswesen, Fahrzeugtechnik, Internet- und Werbefirmen und akademische Bereiche.

Was, würden Sie sagen, ist Ihre besondere Expertise im Bereich Englischlektorat und Übersetzung?

Ich darf von mir behaupten, nicht nur gründliche und treffende Übersetzungen anzufertigen, die den Zusammenhang sowie die Nuancen berücksichtigen. Ebenso gelingt es mir, Texte so aufzuwerten, damit sie den Leser leichter einfangen und geschmeidig zu lesen sind. Ich habe in den vergangenen 15 Jahren verschiedene Führungsfunktionen im Kommunikationsbereich erfüllt mit einer enormen Vielfalt an deutsch-englischen Übersetzungen und Redaktions- sowie Korrekturarbeiten. Darin enthalten waren Geschäftspläne, Jahresberichte, Finanzberichte, Schriftsätze, Verträge, Präsentationen, Reden, Marketing- and Investor-Strategien, Pressemitteilungen, Werbetexte, Editorials – um ein paar zu nennen.

Man könnte nun fragen, was denn den Unterschied ausmacht, wenn heutzutage jeder Teenager mit Smartphone dazu in der Lage ist, deutsch-englische Übersetzungs- und Korrekturarbeiten mithilfe einer entsprechenden App zu erledigen? Erfahrung! Wenn Sie einen BMW fahren, bringen Sie ihn zu irgendeinem zweitklassigen Handwerker zur Inspektion? Wenn Sie nun „nein“ sagen, dann werden Sie auf der anderen Seite sicher Ihre Arbeit auch nicht irgendeinem Übersetzer/Korrektor anvertrauen, der kein Experte im Finanz- und Unternehmensbereich ist.

Was genau verbirgt sich hinter Ihrem Angebot des „Medien-Coaching für englischsprachige Medien“?

Traurigerweise setzen Menschen Intelligenz oder Titel mit kommunikativer Wirkung oder Fähigkeiten gleich. Ich habe schon einige Führungskräfte hier in Deutschland getroffen, die von beidem nicht die leiseste Ahnung davon hatten. Sie geben Interviews ohne jedwede sichtbare Emotion oder mit versteinerter Miene, ihre Körpersprache wirkt negativ, ihre Stimme monoton, und sie schaffen es nicht, die Aufmerksamkeit des Interviewers oder des Publikums auf sich zu ziehen. Und, selbst eine 1+ im Englischleistungskurs vor ewigen Jahren befähigt noch niemanden dazu, einen Medienauftritt im Businesskontext überzeugend hinzulegen.

Etwas sagen, das nicht hängen bleibt, das keiner Erinnerung wert ist und keine Emotion auslöst, ist wie überhaupt nichts sagen!

Wie oft musste ich nicht schon ein 45-minütiges englischsprachiges Interview auf weniger als 10 Minuten herunterbrechen oder habe dabei geholfen, einen weitschweifenden, stundenlangen ineffektiven Marketing-Monolog in einen kraftvollen und erfolgreichen fünfminütigen Elevator Pitch zu verwandeln. Wenn Sie Ihren potenziellen Kunden nicht in den ersten fünf Minuten überzeugt haben, dann wird es Ihnen vermutlich nie gelingen. Letztlich ist es nicht nur das Produkt, das Sie verkaufen – Sie verkaufen sich selbst! Deshalb geht es darum, bei der Sache zu bleiben, es einfach zu halten, überflüssige Worte wegzulassen und Sätze so kurz wie möglich, aber auch kraftvoll und überzeugend zu gestalten.

Und, wenn man ein Interview, eine Pressekonferenz, eine Keynote oder einen TV-Auftritt dann auch noch als Nicht-Muttersprachler auf Englisch parlieren muss, kann selbst aus einem sonst charismatischen und souveränen Medienprofi schnell ein haspelndes Nervenbündel werden. Hier unterstütze, berate und coache ich Menschen speziell für Medien im englischsprachigen Kontext – sprachlich, fachlich und interkulturell.

Was sagen Sie einem Kunden, der einen Text in „britischem Englisch“ haben möchte?

Ich habe viele Jahre mit Londoner Institutionen, Kunden und Kollegen gearbeitet und schnell die Ähnlichkeiten und Unterschiede des amerikanischen und britischen English herausgefiltert. Inzwischen bin ich vollkommen vertraut mit beidem. Momentan ist gut die Hälfte meiner Arbeit in britischem Englisch – daher lassen Sie sich nicht durch mein „amerikanisches“ Markenzeichen irreleiten.

Wie sieht für Sie ein perfekter Arbeitstag aus?

Nun, für jemanden, der noch ein gutes Stück New York in den Adern hat – ein voller, non-stop Tag mit herausfordernden Übersetzungen oder Korrekturarbeiten zu interessanten, lebendigen Themen – dazu eine Stunde Sport und eine weitere für gutes Essen – das ist meine Vorstellung von einem perfekten Tag. Und natürlich als Sahnehäubchen warmer Sonnenschein und blauer Himmel.

Was darf auf Ihrem Schreibtisch nicht fehlen?

Stift, Papier, Telefon, ein guter Stuhl, ein klarer Kopf und jede Menge Enthusiasmus, um es mit jeder Aufgabe aufzunehmen, die dir in den Weg kommt.

Sie leben schon über 15 Jahre in Deutschland. Was brachte Sie nach Düsseldorf?

Nach acht Jahren in Bayern hatte meine rheinländische Frau Heimweh und wollte zurück zu ihren Wurzeln. Für mich war es lediglich ein weiteres Abenteuer auf einer langen Liste – und ich fühle mich hier ebenso wohl wie in München.

Wie gefällt einem Ex-Banker aus New York das Leben in Deutschland?

Für mich war es eine bewusste Entscheidung, den hektischen Beton-Dschungel von New York zu verlassen und in eine grünere, friedlichere Umgebung zu ziehen, wo das Leben langsamer vonstattengeht (aber mit drei Kindern nicht weniger aufregend). Und ich habe diese Entscheidung rückblickend nie bereut. Ich liebe es hier zu sein und denke über eine deutsche Staatsbürgerschaft in den kommenden Jahren nach. Deutschland belegt dauerhaft die höchsten Ränge, wenn es um Plätze mit der besten Lebensqualität geht. Und mich wundert das nicht. Die Lebensqualität hier ist einfach fantastisch. Und das Bier ist auch nicht so schlecht (lacht).

Wenn Sie Besuch aus USA haben: Was muss man in Düsseldorf unbedingt sehen? Wo würden Sie mit Freunden aus dem Ausland essen gehen?

Die Altstadt ist ein Muss wegen der vielfältigen Küche und dem mittelalterlichen Charakter mit zahlreichen Kopfsteinpflasterstraßen und ebenso unzähligen Bars. Ein Spaziergang am Rhein ist schön, oder auch der Blick zum Medienhafen mit seiner gehobenen Restaurant-Szene und der ins Auge stechenden Architektur. Ich denke, dass Leute, die zu Besuch kommen, einfach nur beeindruckt sind – wie auch ich es war – von dieser sauberen, sicheren, gepflegten und organisierten Stadt mit großartigem Nachtleben, Restaurants, Parks und jeder Menge Aktivitäten sowohl für Kinder als auch Erwachsene.

Kontakt Büro Düsseldorf

Robert „Bob“ Kinsella, , Düsseldorf

Robert Kinsella

Über­setzer | Lek­tor | Medien­coach

E-Mail: kinsella@language-boutique.de
Website: language-boutique.de/kinsella.duesseldorf
Telefon: +49 2102 1486 778

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Das Interview führte Dave Naithani

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